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Freitag, 20. Juli 2012, 14:58

schlaftier

‘‘Das hat sich so eingeschlichen. Ich weiß nicht woher es kam. Es wurde handzahm. Es war plötzlich einfach da. Nachts schläft es neben mir im Arm wie ein Schlaftier. Über Tag läuft es hinter mir her und hechelt, atmet mir in den Nacken. Ich kann es streifen und packen. Aber weg geht es nicht. Ich suche mir ein Versteck unter Decken aber die kleinen Flecken auf meinem Herzen werden größer und tun weh. Ich mein ich wollt es doch nicht - es haben. Verstecke ich mich oder flieh, fängt es an zu heulen und sucht mich sehnend. Ich kann es doch nicht alleine lassen- so wie du mich.
Ich weiß wie das ist - es ist alles aber auf keinen Fall schön. Ich dachte ich könnte mir selbst alles sein aber das ging nicht.
Auf jeden Fall fand es mich wenn ich mich regte. Mein Herz schlug laut und mein Körper bebte. Sicher war es das was mich verriet. Wenn ich da saß ängstlich und schwieg. Das war es – mein Herz. Es schlug laut, pumpte und dröhnte. Schnürte mir die Luft ab. Das Suchende schrie laut flehend. Wenn es mich dann fand, schmiegte es sich an mich. Ich wollte es nicht- es haben. Aber es hat sich so eingeschlichen und nun ist es da und wird bleiben. Es zerrt, atmet mir in den Nacken bei jedem Schritt. Ich habe Angst. Aber ich kann es doch nicht alleine lassen - so wie du mich.''